Ratgeber · Checkliste

Mietvertrag für Wohnmobile – was hineingehört

Ein guter Mietvertrag ist kurz genug, dass der Kunde ihn liest, und vollständig genug, dass du im Streitfall auf der sicheren Seite bist. Diese Punkte gehören hinein.

Grundaufbau

Der Vertrag besteht aus dem Deckblatt mit den individuellen Daten (Vertragsparteien, Fahrzeug, Zeitraum, Preise, Kaution, Fahrer) und den Mietbedingungen (AGB), die für alle Buchungen gleich sind. Übergabe- und Rückgabeprotokoll sind Anlagen. Wird der Vertrag aus der Buchung erzeugt, sind Deckblattdaten und Preise automatisch konsistent mit Angebot und Rechnung.

Checkliste Deckblatt

  • Vermieter mit Firmierung und Anschrift; Mieter mit Anschrift, Geburtsdatum, Ausweis- und Führerscheinnummer.
  • Alle berechtigten Fahrer mit Führerscheinklasse, -datum und Mindestalter – wer nicht eingetragen ist, darf nicht fahren.
  • Fahrzeug: Kennzeichen, Typ, Fahrgestellnummer, zulässiges Gesamtgewicht (wichtig für 3,5 t und Führerscheinklasse B).
  • Mietzeitraum mit Uhrzeiten für Übergabe und Rückgabe, Übergabeort.
  • Preis: Mietpreis, Servicepauschale, Zubehör, Rabatte, Gesamtbetrag brutto; inkludierte Kilometer und Mehrkilometerpreis.
  • Zahlung: Anzahlung (Betrag, Fälligkeit), Restzahlung (Fälligkeit), Kaution (Höhe, Zahlungsweg, Fälligkeit).
  • Versicherung: Haftpflicht und Vollkasko mit Selbstbeteiligung je Schadensfall.
  • Unterschriften beider Parteien mit Datum.

Checkliste Mietbedingungen

  • Reiseländer: erlaubte Länder (Versicherungsdeckung!), Verbot für Kriegs-/Krisengebiete und Fähren ohne Zustimmung.
  • Nutzung: keine Untervermietung, keine Festivals/Rennen, kein Abschleppen, Rauchverbot, Haustiere nur nach Absprache, Personenzahl laut Zulassung.
  • Pflichten des Mieters: Ölstand und Reifendruck prüfen, Warnleuchten ernst nehmen, Winterausrüstung, Schneeketten.
  • Schäden und Unfall: sofortige Meldung, Polizei bei Fremdbeteiligung, Unfallbericht ausfüllen, keine Schuldanerkenntnis.
  • Haftung: bis zur Selbstbeteiligung je Schadensfall; unbegrenzt bei grober Fahrlässigkeit, Vorsatz, Alkohol, unbefugtem Fahrer, Verstoß gegen die Bedingungen.
  • Pannen und Ausfall: Vorgehen, Ersatzfahrzeug oder anteilige Erstattung, kein Anspruch bei selbstverschuldeten Schäden.
  • Rückgabe: Zustand (innen gereinigt, Toilette geleert, Abwasser abgelassen, Tank wie bei Übergabe), Pauschalen für Verstöße, Verspätungszuschlag.
  • Stornierung: Staffel nach Frist (z. B. bis 60 Tage 20 %, bis 30 Tage 50 %, danach 80 %), Hinweis auf Reiserücktrittsversicherung, Regelung bei Nichtabholung.
  • Bußgelder und Maut: Weiterbelastung mit Bearbeitungspauschale.
  • Datenschutz: Verarbeitung von Ausweis-/Führerscheindaten und Fotos zur Vertragsabwicklung.
  • Gerichtsstand und Salvatorische Klausel.

Fünf Punkte, die Vermieter am häufigsten vergessen

  • Das zulässige Gesamtgewicht und die Führerscheinklasse – bei 3,5 t mit Klasse B endet die Diskussion erst bei der Polizeikontrolle.
  • Uhrzeiten für Übergabe und Rückgabe – „Samstag“ ist keine Uhrzeit.
  • Der Umgang mit Schäden, die erst nach Rückgabe auffallen.
  • Was passiert, wenn das Fahrzeug vor Mietbeginn ausfällt (Unfall des Vormieters).
  • Die Zustimmung zur digitalen Unterschrift und zum Versand der Dokumente per E-Mail.

Digital unterschreiben

Der Mietvertrag braucht keine gesetzliche Schriftform; die Unterschrift auf dem Tablet ist wirksam, wenn der Vertrag dem Kunden vollständig vorlag. Wichtig ist der Nachweis: Zeitstempel, Vertragsversion, Zusendung des PDFs. Camper Office erzeugt Mietvertrag, Buchungsbestätigung und Protokolle aus der Buchung, lässt am Tablet unterschreiben und versendet die PDFs automatisch.

Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung. Lass deinen Vertrag und deine AGB einmal von einer Anwältin oder einem Anwalt prüfen – danach kannst du sie jahrelang verwenden.

Häufige Fragen

Reicht ein Mustervertrag aus dem Internet?

Als Grundlage ja, aber die Bedingungen müssen zu deiner Versicherung (Selbstbeteiligung, Reiseländer, Fahrerkreis) und deinem Ablauf passen. Prüfe jede Klausel gegen deine Police und lass das Ergebnis anwaltlich absegnen.

Muss der Mieter die AGB unterschreiben?

Nein, sie müssen vor Vertragsschluss zugänglich sein und der Vertrag muss auf sie verweisen. In der Praxis: AGB mit dem Angebot senden und im Vertrag mit Unterschrift bestätigen lassen.

Darf ich Privatkunden das Widerrufsrecht verweigern?

Für die Vermietung von Kraftfahrzeugen zu einem bestimmten Termin gilt das Widerrufsrecht im Fernabsatz nicht (§ 312g Abs. 2 Nr. 9 BGB). Klare Stornobedingungen sind trotzdem nötig, damit der Kunde weiß, was bei Absage gilt.

Weiterlesen

Den Ablauf digital abbilden – 14 Tage kostenlos testen.

Camper Office übernimmt Anfragen, Angebote, Übergabe und Rechnung für dich.